Schwedische Datenaufsichtsbehörde geht gegen Gesichtserkennungssoftware vor

Die schwedische Datenschutzbehörde DPA hat eine Schule mit einem Bußgeld belegt (ca. 20.000 Euro). In einem Pilotversuch in einer Klasse mit 22 Schülern wurde die Anwesenheit mittels einer Gesichtserkennungssoftware festgestellt.

Im Tenor ihrer Entscheidung hält die DPA dieses Verfahren zur Gesichtserkennung für eine Sammlung von sensiblen biometrischen Daten der Schüler. Daraus folgt, dass eine Datenschutzfolgenabschätzung (DSFA) vor Durchführung der Verarbeitung erforderlich gewesen wäre. Im gegebenen Sachverhalt wurde von der Schule jedoch keine DSFA durchgeführt.

Selbst die erteilte Einwilligung der Eltern wurde nicht als ausreichend gewertet, so dass aus datenschutzrechtlicher Sicht festzuhalten ist, dass Verarbeitungstätigkeiten mit sensiblen Daten und Minderjährigen in aller Regel einer besonderen Betrachtung und Beurteilung zu unterziehen sind.

Wir von scienITec sehen die schwedische Entscheidung als richtig und nachvollziehbar an und empfehlen jedem Verantwortlichen, sich bewußt mit Verarbeitungen und einer Datenschutzfolgenabschätzung zu beschäftigen.